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Vier Musiker. Eine nicht tot zu kriegende Kombination. Barbershop-Quartette, Streichquartette, die Beatles: Immer wieder entsteht eine Combo mit vier Musikern. Besonders bei a cappella Formationen ist diese Zahl äußerst beliebt, denn die Kombinationsmöglichkeiten mit vier Tönen sind so zahlreich und ergeben so spannende Akkorde, dass ein fünfter Sänger häufig einen Ton doppeln müsste, um den Akkord nicht zu überladen.

Bewaffnet mit nichts als ihren Stimmen und der mitreißenden Lust an ihrer Musik zogen die vier Jungs in die Hamburger Fussgängerzone Spitalerstrasse. Es dauerte nicht lange, bis ein für seine Spürnase bekannter Produzent (Jörn Christoph Seelenmeyer) sie dort (beim Einkaufen) "entdeckte". Zu diesem Zeitpunkt war a cappella Musik in Deutschland ein nahezu vergessenes Genre. Aber sie lag sozusagen "in der Luft". Gleich die erste Single (bei der grossen Plattenfirma WEA) wurde ein veritabler Erfolg. Sie hieß "Nur Dein Clown" und gewann die goldene Eins in Dieter Thomas Hecks Hitparade (was damals noch etwas bedeutete).

Die Band hieß damals, wie gesagt, Echo-Echo und wurde das Gefühl nicht los, dass die Art Musik, mit der sie nun Erfolg hatten, nicht viel mit ihrem ursprünglichen Stil zu tun hatte. Der ganze Vorgang ist vergleichbar mit den heutigen Boygroups, die letztlich nur die Ideen auf Erfolg spekulierender Produzenten ausführen. Die eigentliche Bestimmung der Band waren und sind Live-Auftritte. Aber auch die konnten die vier weniger und weniger wahrnehmen, weil ihre Lebenswege in verschiedene Richtungen führten. Zehn Jahre lang wurde nichts mehr von ihnen gehört.

Bis im Sommer ´98 der Intendant des Altonaer Theater in Hamburg, Axel Schneider, eigenem Bekenntnis nach ein alter Fan, sie fragte, ob sie das Neujahrskonzert am 1. Januar 1999 in seinem Theater geben könnten. Hans-Werner Meyer rief die "Jungs" an (die inzwischen natürlich keine Jungs mehr waren, sondern so genannte "Um-die-dreissig-Jährige"), die ihn sofort für verrückt erklärten. Was auch stimmte. Das Konzert wurde ein grosser Erfolg, und nun gab es keine Entschuldigung mehr. Eine eigene CD war beschlossene Sache.

Der Tatsache vollkommen bewusst, dass diese Musik von keinem Zeitgeist abhängig ist, andererseits auch eher selten ein Massenphänomen wird, sowie der Notwendigkeit gehorchend, die jeweiligen anderen Lebensprojekte auf die Reihe zu kriegen, haben sich Meier & die Geier (wie sie heute heißen) darauf eingestellt, ihre Musik zu produzieren und ihre Konzerte zu geben, wie und wann es ihnen passt. Dass keine Instrumente benötigt werden, und die Musikalität mit wachsender Lebenserfahrung steigt, ist dabei eine große Hilfe.

In einem Interview danach befragt, wie eine Band unter diesen Umständen überleben könne, verwies Hans-Werner Meyer auf die "Um-die-achtzig-Jährigen" von Buena Vista Social Club...



     
  Echo Echo - Valentin Gregor / Hans-Werner Meyer  
     
  History  
  Hans-Werner Meyer  
  Valentin Gregor  
  Christian Taube  
  Volker Dittmann  
     
  Echo Echo - Christian Taube / Volker Dittmann